Einbauschränke
Stauraum für Dachschräge: Clevere Lösungen für jeden Dachraum
Dachräume haben sich seit den 1990er Jahren vom verstaubten Speicher zum vollwertigen Wohnraum entwickelt. Heute nutzen über 40 % der Haushalte ihr …
Dachräume haben sich seit den 1990er Jahren vom verstaubten Speicher zum vollwertigen Wohnraum entwickelt. Heute nutzen über 40 % der Haushalte ihr Dachgeschoss als Schlafzimmer, Kinderzimmer oder Homeoffice. Doch schräge Wände machen die Möbelauswahl zur echten Herausforderung. Die gute Nachricht: Mit durchdachter Planung gewinnen Sie bis zu 30 % mehr Stauraum — und verwandeln jeden toten Winkel in einen funktionalen Bereich.
Dachschrägen als Stauraum-Chance
Der Ausbau eines Dachgeschosses schafft 30 bis 50 % zusätzliche Nutzfläche, ohne dass ein Anbau nötig wäre. Das Problem dabei: Standardmöbel passen selten unter Schrägen, und wertvoller Platz bleibt ungenutzt.
Die wichtigsten Lösungen für Stauraum unter der Dachschräge sind:
- Kniestockregale — folgen der Wandlinie und nutzen den niedrigen Bereich
- Drempelschränke — versteckter Stauraum hinter der Schräge
- Lowboards — flache Möbel für TV, Sitzflächen oder Spielzeug
- Raumteiler — multifunktionale Möbelstücke in der Raummitte
- Eckregale — maßgefertigte Lösungen für tote Ecken
- Einbauten an der Giebelwand — Schränke mit geradem Mittelteil und schrägen Seiten
Bevor Sie loslegen, sollten Sie eines tun: Messen Sie Ihr Dachzimmer exakt aus. Raumgröße, Kniestockhöhe und Neigung der Dachschräge sind die Grundlage für alles Weitere.
Dachschrägen planen: Maße, Kniestock und Neigung richtig erfassen
Exakte Planung entscheidet über Erfolg oder Frustration. Dachschrägen verlaufen selten perfekt parallel — in älteren Gebäuden variieren die Neigungen um bis zu 5 Grad über die Länge. Eine maßgefertigte Lösung kann bei ungenauen Messungen um 2 bis 5 cm fehlpassen.
Welche Maße Sie unbedingt aufnehmen müssen
| Maß | Typischer Wert | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Raumlänge | 4–6 m | Bestimmt die Schrankbreite |
| Raumtiefe | 3–4 m | Definiert die nutzbare Fläche |
| Kniestockhöhe | 60–120 cm | Entscheidet über den Möbeltyp |
| Neigungswinkel | 35–55 Grad | Beeinflusst die Schrankform |
| Stehhöhe ab 2 m | 40–60 % der Fläche | Zone für hohe Möbel |
Den Winkel der Schräge messen Sie am besten mit einem digitalen Winkelmesser oder einer Smartphone-App. Legen Sie das Messwerkzeug an mehreren Stellen an — Abweichungen entstehen durch Dachüberstände oder Setzungen des Gebäudes.
Wichtiger Tipp: Planen Sie bei Einbauschränken immer 2 bis 3 cm Schattenfuge zu Wand und Decke ein. So gleichen Sie Unebenheiten aus und erleichtern die Montage erheblich.
Erstellen Sie eine einfache Skizze mit allen Abmessungen und markieren Sie farblich die Bereiche mit voller Stehhöhe ab etwa 2 m. Diese Zonen eignen sich für Betten, Schreibtische und hohe Schränke. Der Kniestockbereich darunter wird zum Stauraum.
Stauraum entlang der Giebelwand
Die Giebelwand ist Ihre größte Stellfläche im Dachgeschoss — oft 2,5 bis 3 m hoch und 3 bis 5 m breit. Hier passt ein vollwertiger Kleiderschrank, der die gesamte Wand nutzt.
Ein Dachschrägenschrank an der Giebelwand kombiniert drei Elemente:
- Gerader Mittelteil — bis 240 cm Höhe für Kleiderstangen von 90 bis 110 cm Länge
- Seitliche Schrankteile — mit schräger Oberkante, ideal für Fachböden
- Untere Schubladen — 15 bis 30 cm hoch für Wäsche und Kleinigkeiten
Die sinnvolle Innenaufteilung folgt einem einfachen Prinzip: Kleiderstangen in der vollen Stehhöhe, darüber abgestufte Fachböden bis knapp unter die Schräge, unten Schubladen für Accessoires. Bei einer Schrägenneigung von 45 Grad gewinnen Sie bis zu 1,5 m² Stauraum pro laufendem Meter Dachlänge.
Optische Gestaltung: Wählen Sie helle Dekore wie Weiß, Hellgrau oder Ahorn — sie reduzieren die optische Massivität spürbar. Kombinieren Sie geschlossene Türen mit offenen Fächern (etwa ein Drittel der Fläche), um Luftigkeit zu bewahren.
Schrankwand mit zwei Schrägen als begehbare Lösung
Bei einem symmetrischen Satteldach können Sie beide Schrägen nutzen und eine Art begehbaren Kleiderschrank schaffen:
- Mittlere Zone — 1,20 bis 1,50 m Breite als Gehbereich
- Links und rechts — Schrankelemente mit Schiebetüren, 60 bis 80 cm breit
- Softclose-Systeme — für sanftes Schließen, ausgelegt auf rund 50.000 Zyklen
Bewährte Fachhöhen für die Innenaufteilung:
| Inhalt | Fachhöhe |
|---|---|
| Pullover, T-Shirts | 30–40 cm |
| Schuhe in Boxen | 20–25 cm |
| Koffer, große Gegenstände | 60 cm (tiefe Fächer) |
Fronten mit Spiegeln vergrößern den Raum optisch und reflektieren Tageslicht von Dachfenstern. In einem Dachzimmer von 25 m² lassen sich so bis zu 3 m³ zusätzlicher Stauraum gewinnen, ohne die Raumnutzung zu beeinträchtigen.
Stauraum am Kniestock: Lowboards, Drempelschränke und Stufenregale
Der Kniestock — der Übergang zwischen senkrechter Wand und Schräge — wird oft unterschätzt. Dabei bietet dieser Bereich 0,5 bis 1 m³ Stauraum pro laufendem Meter. Die Höhe liegt typischerweise bei 60 bis 120 cm, was perfekt für flache Möbel ist.
Lowboards mit 40 bis 50 cm Höhe eignen sich ideal für TV-Bänke mit Medienfächern, Spielzeugaufbewahrung im Kinderzimmer oder Sitzbänke mit Kissen (100 bis 200 Liter Stauraum pro Stück).
Stufenregale folgen der Schräge und steigen von etwa 40 cm bis 120 cm an. Bewährt hat sich: geschlossene Fronten unten für Alltagsgegenstände, offene Fächer oben für Bücher und leichte Deko.
Steckdosen und Heizkörper im Kniestockbereich lassen sich integrieren — planen Sie Lüftungsgitter im Möbel oder Ausklinkungen an der Rückseite ein.
Drempelschränke und Abseiten: versteckter Stauraum hinter der Schräge
Drempel- oder Abseitenschränke sind Einbauten hinter Leichtbauwänden. Die Türen (50 bis 60 cm breit) mit Push-to-Open-Mechanismus führen zu 60 bis 80 cm tiefen Ablageflächen. Ideal für Koffer und Reisetaschen, Saisonkleidung und selten genutzte Dinge.
Auszugsysteme oder Rollcontainer erhöhen die Erreichbarkeit erheblich: Die Gegenstände gleiten heraus, statt in der Tiefe zu verschwinden. Genau hier trennt sich Maßarbeit von Baumarktlösung — je tiefer die Abseite, desto wichtiger wird der Beschlag.
Raumteiler und kombinierte Möbel in der Raummitte
Die Raummitte im Dachgeschoss bietet meist die größte Stehhöhe von 2,2 bis 2,5 m — der perfekte Ort für multifunktionale Möbel. Sideboards und Regale quer im Raum trennen Bereiche und schaffen gleichzeitig Stauraum.
- 120 cm hohes Regal als Bücherregal und Sichtschutz zwischen Bett und Arbeitsplatz
- Sideboard mit integrierter Schreibtischplatte für Wohnzimmer-Homeoffice-Kombinationen
- Sitzbank-Truhe mit rund 200 Litern Fassungsvermögen als Raumtrenner
Die Höhe richtet sich nach der Blickachse: 90 cm für optische Weite, 140 cm für eine bewusste Zonierung.
Offene Regale lassen bis zu 70 % des Lichts durch und halten kleine Dachräume luftig, geschlossene Fächer verstecken Unordnung. Ein bewährtes Verhältnis: ein Drittel offen für Pflanzen, Bücher und Deko, zwei Drittel geschlossen für Ordner, Kleidung und Technik.
Ecken, Nischen und Fensterbereiche
Tote Ecken am Giebel oder unterhalb von Dachfenstern — oft nur 50 × 50 cm — scheinen nutzlos. Mit individuell zugeschnittenen Regalböden, die der Schräge folgen, werden sie zu vollwertigem Stauraum für Bücher, Pflanzen oder Sammlungen.
Fensterbank als Leseecke: Eine 35 bis 45 cm tiefe Bank unter dem Dachfenster bietet eine bequeme Sitzfläche, rund 100 Liter Stauraum darunter und natürliches Licht zum Lesen.
LED-Stripes unter Regalböden inszenieren die Dachschräge abends stimmungsvoll — sie gehören allerdings in die Planung, nicht ins Nachrüsten, weil die Kabelführung sonst sichtbar bleibt.
Schiebetüren und Vorhänge als flexible Fronten
Schiebetüren vor Regalen oder Nischen sparen 60 bis 90 cm Schwenkraum — ideal in engen Dachfluren.
| Material | Eigenschaft | Preis |
|---|---|---|
| MDF lackiert | Robust, pflegeleicht | Mittel |
| Milchglas | Etwa 40 % lichtdurchlässig | Höher |
| Dekorplatten | Passend zu vorhandenen Möbeln | Mittel |
| Stoffbahnen | Günstig, flexibel | 20–50 €/m |
Vorhänge auf Deckenschiene sind die günstigste Lösung — perfekt für Mieter oder temporäre Projekte. Hinter solchen Fronten lassen sich auch unregelmäßig geformte Nischen und Installationen wie Schornsteinschächte kaschieren.
Bei Laufschienen achten Sie auf Softclose-Funktion, bei Griffen auf eine flache Bauform, damit sie nicht in den Raum ragen.
Fronten, Innenleben und Feinschliff
Die Wahl der Fronten hängt von der Raumsituation ab: Drehtüren bei ausreichend Platz, Schiebetüren bei enger Situation, offene Regale beim minimalistischen Look.
Für die Innenausstattung bewährt haben sich höhenverstellbare Regalböden mit 32-mm-Rasterbohrungen, die Kleiderstange im vorderen, höheren Bereich und Körbe oder Boxen im niedrigen Bereich hinten.
Die obere Fuge zur Dachschräge schließen Sie mit Dichtprofilen oder Deckleisten von 1 bis 2 cm ab. So wirkt der Schrank wie ein fester Einbau und Staub sammelt sich nicht an.
Farben, Licht und Ordnung
Der beste Stauraum nützt wenig, wenn der Dachraum dunkel oder überladen wirkt.
Farben: Helle Fronten und Wände vergrößern optisch spürbar. Beschränken Sie sich auf ein bis zwei Akzentfarben bei Kissen, Körben oder Teppichen, und stimmen Sie den Farbton auf Boden und Balken ab.
Licht: LED-Stripes in 3000 K warmweiß in den Kniestockbereichen, Lichtleisten unter Regalböden, kleine Spots in Eckregalen. Indirekte Beleuchtung hebt dunkle Bereiche auf und lässt den Raum größer wirken.
Ordnung: Transparente Boxen für den Überblick, beschriftete Körbe für schnelles Finden, saisonale Aufteilung mit Winterkleidung im hinteren Abseitenbereich und Alltagskleidung vorne.
Ein praktischer Hinweis aus der Werkstatt: Stauraum unter der Dachschräge füllt sich typischerweise um 30 % in zwei Jahren. Planen Sie zweimal im Jahr Ausmisten ein — sonst wirkt auch der beste Einbau nach kurzer Zeit überfüllt.
Wie wir das lösen
Bei einer Dachschräge entscheidet der Millimeter. Wir nehmen vor Ort Aufmaß, prüfen den Winkel an mehreren Punkten und fertigen den Schrank exakt nach dieser Messung — inklusive Ausklinkungen für Heizkörper, Steckdosen und Schornsteinschächte.
Schicken Sie uns die Maße Ihres Dachzimmers oder ein Foto. Mehr dazu auf der Seite Einbauschränke nach Maß.


