Gewerbe
Ladenbau für Friseursalons — Saloneinrichtung nach Maß
Die Einrichtung eines Friseursalons ist kein Möbelkauf, sondern Betriebsplanung. Sie bestimmt, wie viele Kundinnen gleichzeitig bedient werden können, wie weit …
Die Einrichtung eines Friseursalons ist kein Möbelkauf, sondern Betriebsplanung. Sie bestimmt, wie viele Kundinnen gleichzeitig bedient werden können, wie weit das Team am Tag läuft und ob der Raum nach fünf Jahren noch aussieht wie am ersten Tag.
Dieser Artikel zeigt, welche Zonen ein Salon wirklich braucht, welche Materialien den Alltag aushalten und womit Sie bei Zeit und Ablauf rechnen müssen.
Warum Standardmöbel im Salon selten passen
Salonflächen sind selten rechteckig und leer. Typisch sind Dachschrägen im Obergeschoss, schmale Durchgangsräume, Nischen neben tragenden Wänden, asymmetrische Grundrisse in Altbauten — und Anschlüsse für Wasser und Strom, die dort sitzen, wo sie eben sitzen.
Standardmöbel lösen das nicht. Es bleiben ungenutzte Flächen, unpraktische Laufwege und ein Bild, das nichts mit der eigenen Marke zu tun hat. Maßarbeit plant um die Gegebenheiten herum: Bedienplätze in angepasster Höhe und Tiefe, Theken, die einen Heizkörper integrieren statt ihn zu umgehen, Schränke, die genau in die Restnische passen.
Die Zonen eines Salons
| Zone | Funktion | Typische Möbel |
|---|---|---|
| Empfang | Begrüßung, Kasse, Termine | Theke, Produktregale |
| Wartebereich | Komfort vor dem Termin | Sitzmöbel, Beistelltische |
| Bedienplätze | Schneiden und Styling | Spiegelanlage, Ablagen, Schubladen |
| Waschbereich | Haarwäsche und Pflege | Unterschränke, Handtuchlager |
| Farbzone | Färben und Technik | Farbregale, Arbeitswagen |
| Lager und Personal | Vorräte, Pause | Schranksysteme, Küchenzeile |
Empfang
Der Empfang ist das Aushängeschild. Die Theke braucht Ablagefläche für Kasse, Rechner und Terminkalender, ohne überladen zu wirken — dazu Schubladen für Belege, Gutscheine und Ladekabel sowie eine blickdichte Rückseite, damit Arbeitsmaterial für Kundinnen unsichtbar bleibt.
Eine Produktpräsentation direkt an der Theke ist die einfachste Umsatzquelle im Salon: Was beim Bezahlen in Griffweite steht, wird gekauft.
Bedienplätze und Spiegelanlagen
Das Herzstück. Jeder Platz wird auf Raumhöhe und Wandbreite abgestimmt — als Einzelplätze entlang der Wand, als Doppelplätze mit geteilter Spiegelanlage oder als freistehende Insel.
Was in die Planung gehört: integrierte LED-Beleuchtung mit neutralweißem Licht, verdeckte Kabelkanäle hinter den Spiegeln, Ablagen für Werkzeug, Schubladen für Zubehör und erreichbare Steckdosen für Föhn, Glätteisen und Rasierer. Nachträglich verlegte Kabel bleiben sichtbar — das lässt sich später nicht mehr reparieren.
Waschbereich
Hier entscheidet sich, ob der Salonbesuch als Termin oder als Auszeit erlebt wird. Halbhohe Trennwände grenzen den Bereich optisch ab, indirekte Beleuchtung nimmt Härte heraus, schallabsorbierende Elemente dämpfen den Lärm aus dem Arbeitsbereich.
Technisch entscheidend sind feuchtigkeitsbeständige Materialien und umlaufend versiegelte Kanten. Wo täglich Wasser spritzt, quellen ungeschützte Kanten binnen zwei Jahren auf.
Farbzone, Lager und Personal
Ein organisierter Hintergrund beschleunigt den Tag und wirkt auf Kundinnen professionell. Übersichtliche Regale, Schubladen für Folien, Schalen und Pinsel, schneller Zugriff auf Entwickler und Farben.
- Geschlossene Schränke für Chemikalien — halten den Gastraum optisch ruhig
- Handtuchlager mit Kapazität für den vollen Tagesbedarf
- Auszüge für Mülltrennung: Haare, Verpackungen, Restmüll
- Integrierte Wäschekörbe für benutzte Handtücher
- Bei Bedarf Personalbereich mit Küchenzeile, Waschmaschine und Trockner
Materialien, die den Salon-Alltag aushalten
Ein Salon stellt extreme Anforderungen: Wasser spritzt, Haarfarbe tropft, Chemikalien hinterlassen Spuren, Oberflächen werden täglich gereinigt. Billige Materialien zeigen das nach kurzer Zeit — Kanten quellen auf, Fronten verfärben sich, Beschläge lockern sich.
| Material | Einsatzbereich | Eigenschaften |
|---|---|---|
| HPL (Hochdrucklaminat) | Arbeitsplatten, Ablagen | Kratzfest, chemikalienbeständig |
| Melaminbeschichtung | Korpusse, Innenflächen | Robust, pflegeleicht |
| Lackiertes MDF | Fronten | Edles Finish, freie Farbwahl |
| Edelstahl | Griffe, Akzente | Langlebig, hygienisch |
Wir verwenden umlaufend kantenversiegelte Oberflächen und Beschläge von Blum und Hettich. Bei normaler Pflege halten diese Möbel den Salonbetrieb über viele Jahre aus, ohne dass nachgearbeitet werden muss.
Licht und Akustik
Licht ist im Salon Arbeitsmittel. Neutralweißes, blendfreies Licht zwischen 4000 und 5000 Kelvin zeigt Farben so, wie sie sind — wärmeres Licht führt beim Färben zu Fehleinschätzungen, die erst draußen auffallen.
Zur Akustik wird selten geplant, obwohl sie den Aufenthalt stark prägt: Mehrere Föhne, harte Böden und glatte Wände ergeben einen Raum, in dem niemand entspannt sitzt. Schallabsorbierende Paneele, Textilelemente im Wartebereich und offene Regale statt durchgehend glatter Flächen nehmen spürbar Schärfe heraus.
Gestaltung
Das Design sollte zur Marke passen, nicht zum Trend. Bewährte Leitlinien:
- Maximal drei bis vier Hauptfarben — mehr wirkt unruhig
- Materialmix mit Maß: Holz, Lack, Metall und Glas in ausgewogenem Verhältnis
- Einzelne Akzente statt durchgehender Effekte — eine farbige Rückwand wirkt stärker als fünf
- Corporate Design einarbeiten: Hausfarben und Logo gehören in die Planung, nicht als Aufkleber hinterher
- Trendelemente sparsam: Die Einrichtung soll auch in acht Jahren noch aktuell wirken
Ablauf und Zeitrahmen
- Anfrage mit Fotos und groben Maßen. Sie erhalten zunächst eine kostenlose Preiseinschätzung — bevor irgendetwas geplant wird.
- Aufmaß vor Ort. Wände, Fenster, Türen sowie Wasser- und Elektroanschlüsse werden exakt vermessen. Dabei klären wir auch, wie viele Wasch- und Bedienplätze Sie brauchen und ob eine separate Farbzone nötig ist.
- 3D-Planung. Grundriss und Visualisierung mit Material- und Farbvarianten. Änderungen sind in dieser Phase kostenlos — später nicht mehr.
- Fertigung. In unserer Werkstatt in Gubin, 8 bis 10 Wochen je nach Umfang.
- Lieferung und Montage. Terminiert, auf Wunsch außerhalb der Öffnungszeiten, damit der Betrieb weiterläuft.
Für die Gesamtplanung sollten Sie rund drei Monate ab Auftragserteilung ansetzen. Wer zu einem festen Eröffnungstermin fertig sein muss, fragt am besten an, bevor der Mietvertrag unterschrieben ist.
Elektrik, Boden und Malerarbeiten koordinieren wir mit Ihren Handwerkern — die Möbelmontage planen wir so ein, dass die anderen Gewerke davor fertig werden können.
Warum aus Polen
Wir fertigen in der eigenen Werkstatt in Gubin, direkt an der deutschen Grenze, mit CNC-Technik und eigenen Tischlern. Montiert wird von unserem eigenen Team — kein Fremdmonteur, keine Spedition mit offener Verantwortung.
Der Preisunterschied zu vergleichbarem deutschem Ladenbau liegt je nach Projekt bei bis zu 30 Prozent, bei denselben Materialien und Beschlägen. Wir arbeiten in Berlin, Potsdam, Cottbus, Dresden und der Region dazwischen.
So fangen Sie an
Ein Grundriss oder eine einfache Skizze mit Wandlängen, Fenster- und Türpositionen reicht für den Anfang, dazu ein paar Fotos des Raums. Damit bekommen Sie eine belastbare erste Einschätzung, ohne dass jemand vorbeikommen muss.
Mehr zu unserer Arbeitsweise unter Leistungen und Einbauschränke nach Maß.


